Schon immer ging es um diesen einen Moment. Diesen Moment, in dem die Dinge in ihrer eigentlichen Seinsform sind. Wo das Sein, die Erscheinung und die Wirkung für einen Moment, und sei es ein Sekundenbruchteil, zusammenfallen. Dann hat man ein Bild. Dieses Destillat bedeutet uns oft mehr als die Realität in ihrer Vielzahl von zufälligen Erscheinungsweisen. Aber dennoch machen wir zumeist einen Abgleich mit dem Faktischen, um die Glaubwürdigkeit des Destillats zu überprüfen. Wenn es nicht zusammenpasst, muss ein anderes Konzept greifen: Märchenhaft, surrealistisch, allegorisch, karikiert. Dann kann man das, was man sieht, mit einem intellektuellen Konzept abgleichen und alles ist wieder im Lot. Doch das Reale ist eine Illusion. Wir brauchen tausend Filter um uns ständig zu vergewissern, dass alles in uns und um uns real ist, verlässlich ist, sicher ist – heute so ist und auch morgen so sein wird. Nimmt man nur einen der Filter heraus, begibt man sich bereits in Unsicherheit. (Sid Gastl)

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