/JAN MUCHE – AUFMACHEN. LINIEN. WEITEN.
JAN MUCHE – AUFMACHEN. LINIEN. WEITEN. 2019-06-18T15:24:52+00:00

JAN MUCHE - AUFMACHEN. LINIEN. WEITEN.

22. JUNI BIS 03. AUGUST 2019

Öffnungszeiten: Mi– Fr, 13:00-18:00 Uhr und Sa, 11:00-15:00 Uhr

Vernissage: 21. Juni 2019, 19.00 bis 21.00 Uhr

Um Anmeldung zur Vernissage am Donnerstag  20. Juni 2019, wird gebeten.
Bitte melden Sie sich an bis Mittwoch, 19. Juni 2019 unter 
sekretariat@alexanderochs-private.com oder telefonisch unter +49 (0)30 – 4508 6878.

Der 1975 geborene Maler und Bildhauer Jan Muche schaut noch einmal zurück auf die frühe Moderne, ihre Vertreter und damit auch auf sein künstlerisches Werk der letzten Jahre.

Hielten viele den in Berlin lebenden Künstler bis dahin für einen ‚Restaurator‘ des Konstruktivismus, beweist Muche in seinen letzten Bildern das Gegenteil. Er geht teilweise zurück in die Figuration und nimmt sich der tragischen Helden des Aufbruchs und der Moderne aus der Zeit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an.

Er porträtiert den 1953 in Moskau gestorbenen Wladimir Tatlin und verbindet dessen Figur mit einer malerischen Struktur, die an die dreidimensionalen Reliefs des russischen und sowjetischen Künstlers erinnert. Beeinflusst von Kasimir Malewitsch schuf Tatlin ein Modell für das Monument für ‚Die Dritte Internationale‘ (1919-1920) und Muche nimmt die Zeichenhaftigkeit der feinen Stahlgewebe in der Tatlinschen Skulptur, wie auch die Flächen der Malerei eines Malewitsch in seine eigene Bildsprache auf.

Dünne, manchmal auch übereinander gelegte farbige Linien überziehen Muches Leinwände. In collagierte Bildern klebt er Flächen aus alten Papieren und Stoffen ein, die wie ein anachronistisches Zitat der Moderne erscheinen, diese aber gleichzeitig in die Zeitgenossenschaft überführen.

Mit einem anderen Bild ehrt Jan Muche den ungarisch-amerikanischen Fotografen Robert Capa, einem der bestimmenden Dokumentaristen des spanischen Bürger- wie des ErstenIndochinakriegs. Capa studierte in den 1930er Jahren in Berlin Journalistik und arbeitete als Fotolaborant im Ullstein Verlag. Zum kollektiven Bildergedächtnis der Moderne kann mit Sicherheit sein ‚Last Photo‘ gezählt werden, das einen Soldaten der Interbrigaden im Kampf gegen Franco und im Moment seines Todes zeigt. Anders das Bild Capas von Muche: Wie in einen Teppich aus vielen verknüpften Fäden eingewebt, schaut der 1954 im heutigen Vietnam umgekommenen Kriegsfotograf aus dem rötlich gefärbten Bildhintergrund.

Die hier genannten und weitere Portraits werden gleichberechtigt neben den abstrakten nicht-figurativen Arbeiten, den ‚Maschinen‘ Jan Muches präsentiert. Muche weitet so den Blick auf den Hintergrund einer Moderne, die vielen heute nur noch als ein ästhetisches Relikt längst vergangener Zeiten erscheint. So zeigen Muches Gemälde also mehr als ‚Nulla dies sine linea‘ – kein Tag, ohne eine Linie zu ziehen. Seine Kunst mischt sich ein und ist nicht wertfrei.

WERKE DER AUSSTELLUNG