art berlin

12. bis 15. September 2019
Flughafen Tempelhof, Hangar 5 & 6, Tempelhofer Damm 54, 12101 Berlin

GALLERY / BOOTH 1.F.6 
FRITZ BORNSTÜCK + SVEN DRÜHL + YAFENG DUAN + JAN MUCHE + CHRIS NEWMAN + BENYAMIN REICH + TANJA ROCHELMEYER

SPECIAL PROJECT BY KARSTEN KONRAD / BOOTH 2.G.5
AXEL ANKLAM + CHRISTINA DOLL + SVEN DRÜHL + JAN MUCHE + ALEXANDRA RANNER + YVONNE ROEB

 

Zum dritten Mal in Folge nimmt ALEXANDER OCHS PRIVATE an der Kunstmesse art berlinteil. Dieses Jahr beteiligen wir uns neben unserem Galerie-Stand mit einem zweiten kuratierten Projekt.

Infolge unserer wachsenden Zusammenarbeit mit dem Berliner Bildhauer Karsten Konradund seiner Präsentation in der von Alexander Ochskuratierten Ausstellung DER FUNKE GOTTES!im Bamberger Diözesanmuseum, haben wir den Künstler eingeladen für den Sektor SPECIAL PROJECTSauf der Berliner Messe ein exklusives Werk zu entwickeln. 

Der Künstler schafft hierfür eigens einen installativen Raum mit dem Titel THE CAGE. Zwischen vier Versionen aus seiner Serie ‘Torno’ setzt er gebrauchte und vorgefundene Elemente aus gebogenem, verchromtem Rohr, das im Möbelbau z. B. für die berühmten ‘Freischwinger’ des Bauhäuslers Marcel Breuer oder für den ikonischen ‘Serie 7’ des Designers Arne Jacobsen Verwendung findet, neu zusammen. Der damit entstehende Raum ist Ausstellungsfläche und Skulptur zugleich.

In seine Installation lädt er neben Alexandra Ranner, wie Konrad selbst Professorin an der Universität der Künste Berlin, die Kallmann-Preisträgerin 2018 Yvonne Roeb, den Preisträger der Akademie der Künste 2017 Axel Anklamund die Künstlerinnen und Künstler Sven Drühl, Jan Mucheund Christina Dollein, ihre skulpturalen Werke zu zeigen und gibt deren Arbeiten so einen neuen Rahmen.

Karsten Konrad, THE CAGE, Studio View Detail, 2019, Courtesy ALEXANDER OCHS PRIVATE

An unserem Galerie-Stand 1.F.6 präsentieren wir erstmals auf der Messe das fotografische Werk des in Berlin lebenden jüdischen Künstlers Benyamin Reich. In der Serie ‘Imagine – Dreams of the third Generation’ untersucht er in seinen theatralisch inszenierten Bildern die dynamischen und emotionalen Beziehungen israelischer Migranten im Nachkriegs-deutschland von heute. Überreizt stellen die Fotografien Fragen und provozieren Widersprüchlichkeiten in einer konfliktreichen Sphäre der Sprachlosigkeit.

Neben den fotografischen Arbeiten von Benyamin Reich, Skulpturen und Reliefs von Tanja Rochelmeyerund Keramik-Editionen von Fritz Bornstück, konzentriert sich die Präsentation auf Malerei mit neuen Gemälden von Sven Drühl, Jan Muche, Chris Newman, sowie von Fritz Bornstück und Yafeng Duan als Gästen. 

SVEN DRÜHL

Menschenleer sind die Felsenbilder des Malers Sven Drühl, geboren 1968. Die Natur jenseits des Lebendigen inszeniert er in entrückt-eisiger Künstlichkeit. Durch die Hintertür holt er die Idee der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts in seiner speziellen Technik aus Öl, Lack und Silikon in die Räume im Hier und Jetzt. Im Sinne eines Remixes unterzieht Drühl die romantischen Bildprogramme einer Neubewertung innerhalb des kunstgeschichtlichen Kanons und aktualisiert sie für die Diskurse der Gegenwart.

FRITZ BORNSTÜCK

Umherliegende, verlassene Alltagsgegenstände, wuchernde Pflanzen und kleine, bunte Vögel – was Fritz Bornstück, geboren 1982, in seiner Malerei und Keramik zum Hauptthema macht, sind die vergessenen Hinterlassenschaften der menschlichen Zivilisation. Benutzt und kaputt, zu absurden Arrangements zusammengesetzt und in melancholisch-stillen Farben wiedergegeben, führen sie ein autonomes Second Life und jenseits ihrer ursprünglichen Funktionen.

CHRIS NEWMAN

Chris Newman, geboren 1958, ist ein „Zwischenmensch“, ein experimenteller Grenzgänger zwischen den Sparten Musik, Malerei, Video, Zeichnung und Literatur. Das endgültige Werk vernachlässigt er zugunsten des Offenen und Prozessualen. Er vertraut auf die Intensität der persönlichen Äußerung, auf eine künstlerische Direktheit, die mit dem Leben zu tun hat, das er ausdeutet, darin arbeitet, wie in einem Labor. Newman möchte die Kunst von der Künstlichkeit befreien und zum Katalysator für eine existenzielle Erfahrung von Leben machen.

BENYAMIN REICH

Die fotografischen Werke von Benyamin Reich, geboren 1976, aus der Serie „Imagine – Dreams of the Third Generation“ bearbeiten das Dreieck der Traumata deutsch-jüdischer Vergangenheitsbewältigung, jüdischer Theologie und Theodizee sowie Fetischismus, Körperbild und Sexualität. Im Zusammensetzen von symbolischen Versatzstücken schafft Reich dekonstruktivistische Utopiegebilde. Überreizt stellen sie Fragen, provozieren Widersprüchlichkeiten in einer konfliktreichen Sphäre der Sprachlosigkeit.

JAN MUCHE

Jan Muche, 1975 geboren, lässt durch Schichtungen, Übermalungen und das Auswaschen und Auskratzen vielfach überlagerter Farbaufträge die Idee des Archaischen in der Malerei aufleuchten. Abstrakte Architekturen, in komplementären Farben, Linien hinter und über ausgemalten Farbflächen, nur skizzierte, wie angedacht, nicht ausgeführte Bild-Ideen spielen in Jan Muches Malereien zusammen. In seinen Gemälden flechtet Muche mal offensichtlich, mal unauffällig bildhafte Abbildungen von Frauen und Männern in gleichberechtigter Nachbarschaft ein. Er lässt die menschlichen Darstellungen in den abstrakten Formen- und Farbteppich wie fließend ineinander übergehen.

TANJA ROCHELMEYER

In den geometrischen Formen von Tanja Rochelmeyer, geboren 1975, findet das Auge keine Logik, denn ihre Konstruktionen bleiben virtuell. Die Perfektion der Farbverläufe und die unwirkliche Klarheit der Flächen täuschen darüber hinweg, dass die präzisen und eleganten Arrangements einen Zustand der Verwirrung erzeugen. Die Montage der einzelnen, vorher zugeschnittenen Elemente, die an sakrale Bleiglasfenster erinnern, lassen eine körperlich wahrzunehmende Energie spür- und vor allem sichtbar werden.

YAFENG DUAN

Für die chinesische Künstlerin Duan Yafeng, geboren 1973, ist die Natur Spiegel der Seele und der Stoff, aus dem sie schöpft, ist das Geistige. Die künstlerische Gestaltung ist ein Vehikel, sich der Wirklichkeit anzunähern, sie zu untersuchen und mit malerischen Mitteln in andere Räume zu transferieren. Ihre Bilder zeugen von der Idee eines Energie-Hauchs, der sich in der Großen Leere ausbreitet und dank seiner konstitutiven Faktoren Yin und Yang zu allen Manifestationen der Existenz gerinnen und gleichzeitig in ihr wieder vergehen können.

THE CAGE BY KARSTEN KONRAD