YAFENG DUAN - WALDEN

bis 14. März 2020

Der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau, Verfasser von Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, flüchtete 1845 vor der noch jungen, industrialisierten Massengesellschaft und zog sich in den Wald zurück. In seinem Buch WALDEN schrieb er über seinen Wunsch, dem ‚eigentlichen, wirklichen Leben näherzutreten‘ und ‚tief zu leben‘.
 
Die Bilder der chinesischen Künstlerin Yafeng Duan erinnern an die Direktheit dieses Wunsches nach einem ‚wirklichen‘ Leben und so an die Ideen Thoreaus.
 
Yafeng Duan wuchs in der Nähe von Peking auf, wo sie von 1999 bis 2001 an der Central Academy of Fine Arts studierte. Sie wechselte von dort an die Bauhaus-Universität Weimar und schloss 2011 ihr Studium bei Robert Lucander an der UdK-Universität der Künste Berlin ab.
 
Die Ausstellung WALDEN zeigt abstrakte Arbeiten aus zwei Serien der Künstlerin. Gemälde, die in ihrem scheinbar nicht zu durchdringenden Farbenspiel an dichte Wälder und deren Unterholz erinnern, an helle Himmel, dunkle Seen, begleitet von gelb blühenden Feldern oder braunen Wiesen. Sanfte Farbaufträge wechseln sich mit starken, pastösen, fast hügelig wirkenden Farbfeldern ab, die einen kraftvollen Pinselduktus zeigen. Dabei lassen die Arbeiten keine Räume in der Tradition der klassischen chinesischen Malerei entstehen. Vielmehr begegnen sich Farben und Formen auf einer flachen Ebene und liegen, oft nicht miteinander korrespondierend, sich aber auch nicht abgrenzend, gleichberechtigt nebeneinander.

Die zweite Werk-Serie besteht aus leichten, hellen Motiven, die, oft fast wie absichtslos, in weißen Bildräumen verweilen. Szenen, in denen sich Luft und Sonne zu treffen scheinen, sich farbige Flächen, hingetupft und sich überschneidend wie die Seelen zweier Menschen, sanft begegnen.